Orlík (Worlik)

 

Die Burg wurde um die Mitte des 13. Jahrhunderts gegründet. Sie bestand zunächst aus einem kleinen Palais, der von der Eingangsseite durch Burgmauern und drei Wehrtürme geschützt war. Ein Brand, der im Jahre 1508 die Burg zerstörte, und die folgende Befreiung der Burg von Lehenspflichten regten einen umfangreichen spätgotischen Umbau an. Wahrscheinlich vor dem Jahre 1588 führte der italienische Baumeister Augustin eine Renaissance-Umgestaltung durch. Eine grundsätzliche Erhöhung der Bedeutung von Orlík brachte der Beginn des 19. Jahrhunderts, als es Fürst Karl Schwarzenberg zu seinem Sitz wählte. (Sein gleichnamiger Nachkomme besitzt das Schloß auch jetzt.) Nach einem Brand im Jahre 1802, der die Arbeiten des von K. J. Lang entworfenen und gerade verlaufenden gründlichen Umbaus unterbrach und verzögerte, wurde das ganze Schloß um einen neuen Stock erhöht. Es ist interessant, daß schon diese Rekonstruktion dem Schloß seine romantische gotisierende Gestalt verlieh, die allerdings durch die Renovierung der Fassaden in den Jahren 1860-1862 noch betont wurde. Die von den Schwarzenbergern ausgestatteten Schloßinterieure sind ein Paradebeispiel für den Lebensstil des Adels im 19. Jahrhundert. Durch seine Ausschmückung ragt der sogenannte Teska-Saal hervor (auf dem Bild), dessen geschnitzte Kassettendecke und die Verkleidung der Wände Jan Teska in den Jahren 1882-1884 schuf. In ähnlichem romantischen Geist ist auch der prunkvolle Rittersaal ausgeschmückt und ausgestattet. Im Schloß ist auch das Empire stark vertreten, und zwar vor allem durch die Möbel, die der schon erwähnte Karl Schwarzenberg aus Paris gebracht hatte.