Rožmberk (Rosenberg)

 

 

Mit dem Bau der Burg wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhuderts begonnen. In einer Urkunde König Václavs I. von 1250 wird Vok von Rožmberk genannt, was die erste Erwähnung der Burg ist. Die untere Burg in Rožmberk bestand nach ihrer Fertigstellung aus zwei massiven Quadertürmen, zwischen denen der Burghof von der "warmen" Südostseite aus mit einem großen Palas umbaut war und von der anderen Seite mit einer Schutzmauer. Die Burg war über eine Fallbrücke zugänglich, die über einen in den Felsen gehauenen Graben führte. Da diese, ein wenig simplifizierende Beschreibung zu der Annahme verleiten könnte, die Burg wäre in einem Zuge erbaut worden, muß angeführt werden, daß Rožmberk erst nach einigen Etappen seiner Bauentwicklung dieses Aussehen hatte.
Nach 1302 übersiedelte Voks Sohn Jindřich mit Erlaubnis von König Václav II. in das nahegelegene Český Krumlov, das für drei Jahrhunderte zum Hauptsitz der Familie Rožmberk wurde. Die Macht der Herren von Rožmberk wuchs, dagegen ging die Bedeutung ihres ehemaligen Sitzes zurück, bis er nur noch eines der Zentren ihrer ständig wachsenden Herrschaft war. Die Besitzer hielten beide Burgen in bewohnbarem Zustand, aber als weniger bedeutend setzten sie sie im 15. Jahrhundert zweimal zum Pfand, was den Burgen entschiden nicht guttat. Ihr Verfall setzte sich auch in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts fort, und als die obere Burg 1522 abbrannte, wurde sie nicht mehr aufgebaut.
   Sicherungsarbeiten an der unteren Burg ließ später Vilém von Rožmberk ausführen. Größere Reparaturen erlebte die Burg am Ende des 16. Jahrhunderts, als sie der letzte Herr von Rožmberk, Petr Vok, als Sitz für seinen Neffen Jan Zrinsky bestimmte. Nach 1612 fiel Rožmberk an die Familie Švamberk, aber schon sieben Jahre später eroberte sie nach kurzem Beschuß der habsburgische Heerführer Karl Bonaventura Buquoy. Kaiser Ferdinand machte die Burg diesem aus Frankreich stammenden Geschlecht die zum Geschenk, und die Familie Buquoy hatte hier und im nahe gelegenen Nové Hrady bis 1948 ihren Sitz. Die Burg Rožmberk machte im Laufe von drei Jahrhunderten einige kleinere Umbauten durch. Der erste war nach 1620, der zweite hundert Jahre später unter Karl Albert von Buquoy, der dritte und bedeutendste in der Mitte des 19. Jahr- hunderts. Damals ließ Georg Johann von Buquoy die sogenannte Kreuzfahrer-Galerie erbauen. Dieses langgestreckte Gebäude verband 1852 an der Nord-westseite beide Enden der Burg und wie schon sein Name sagt, sollte seine Ausgestaltung die Altehrwürdigkeit und die Verdienste der Grafenfamilie Buquoy betonen. Neben der Burg wurde an Stelle von älteren Gebäuden ein Schloß erbaut, das der Verwaltung des gräflichen Großgrundbesitzes sowie kürzeren Aufenthalten der Familie Buquoy diente, die seit dem 19. Jahrhundert ihren ständigen Sitz im Schloß am Ostrand der Stadt Nové Hrady hatte.