Schloss Kynžvart (Bad Königswart)

 

       Schloss Metternich in Kynžvart (Königswart)
 
Die Geschichte des Schlosses beginnt in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts (siehe Burg Königswart). Der böhmische König Premysl Otakar II. ordnete damals an, hier auf einem steilen Felsvorsprung die Grenzburg Kunigeswart zu erbauen, deren Ruinen noch heute oberhalb der Stadt Lazne Kynžvart (Bad Königwart) zu sehen sind. Im Laufe der 340 Jahre vor dem Dreißigjährigen Krieg wechselten auf der Domäne Königswart etwa 29 Inhaber, die von zehn adeligen Familien stammten. Am längsten verweilten hier die Herren aus den folgenden sechs adeligen Familien: von Königswart, von Osek, von Plauen, von Schwanenberg, Pflugs von Rabenstein, von Zedwitz und zu Liebenstein.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts erbauten die Herren von Zedwitz vor Kynžvart ein Renaissancefort. Nach der Schlacht auf dem Weissen Berg wurde die konfiszierte Domäne Königswart zusammen mit der Burg und mit dem Renaissancefort von Johann Reinhard von Metternich - Winneburg und Beilstein und seinen Brüdern Wilhelm, Karl, Emmerich und Lothar erworben; sie waren Waldsteins (Wallensteins) Offiziere und Neffen des Erzbischofs und Kurfürsten von Trier, Lothar von Metternich.

Seit 1623 gehörte das Herrschaftsgebiet Königswart bis zu der im Jahre 1945 vollstreckten Konfiskation dem Hause Metternich. Zwischen 1681 - 1691 liess Graf Philipp Emmerich das verkommene Renaissancefort durch einem Barockschloss ersetzen.

Klemens Wenzel Lothar Johann Nepomuk, zweiter Fürst von Metternich - Winneburg wurde am 15. Mai 1773 in der Stadt Koblenz in Rheinland geboren.

Er bekleidete den Posten des österreichischen Gesandten in Dresden, Berlin und Paris, zwischen 1809 und 1848 war er Außenminister Österreichs und nach 1821 zugleich Staatskanzler. Im Jahre 1813 wurde er in den erblichen Fürstenstand erhoben. In seiner Regie verlief der Wiener Kongress (1814 - 1815), der die internationalen Beziehungen nach der Niederlage Napoleons durch ein Vertragssystem regulierte.

Zwischen 1820 und 1833 führte Pietro Nobile eine Umgestaltung des Schlosses im Stil des Wiener Klassizismus durch.

Zu Anfang der Revolution im März 1848 überreichte der Kanzler seine Demission und verbrachte die folgenden drei Jahre im freiwilligen Exil in London. Nach seiner Rückkehr bis zum Tode am 11. Juni 1859 verweilte er oft in Königswart.

 

 

Im Bädergebiet des Bezirks Cheb (Eger) befindet sich das Schloss Kynžvart, das in den Jahren 1821 - 1836 der österreichische Kanzler W. L. Metternich zu einem Empireschloss umbauen ließ. Der Bau wurde vom Baumeister Pietro de Nobile entworfen. Im Schloss befindet sich eine wertvolle Bibliothek, die mittelalterliche Handschriften, Wiegendrucke und wertvolle Drucke aus dem Benediktinerkloster in Ochsenhausen, wissenschaftliche Bücher und Enzyklopädien aus einer Reihe von wissenschaftlichen Bereichen enthält. Im Jahre 1828 wurde auf Veranlassung des Kanzlers Metternich im Schloss ein Museum eingerichtet, wo naturwissenschaftliche Sammlungen, Münzen, historische und technische Kuriositäten, Handschriften, alte ägyptische Denkmäler, Marmorplastiken und Gegenstände der orientalischen Kunst zu sehen sind.

 

     

Kapelle

   

     

 

 
Der Schlosspark wurde vom Wiener Hofgärtner Riedel während der im Stil des Wiener Klassizismus durchgeführten Umgestaltung der Schlossanlage (1820 - 1833) geschaffen. Durch eine planmäßige Durchforstung der ursprünglichen Bestände, sowie durch Neupflanzung einheimischer Bäume und Sträucher wurde die Grundkomposition unterstützt, die zwei Hauptachsen und drei dominante Durchblicke zum Schloss umfasste. Gleichzeitig wurden in der Schlossparkanlage weitere Gebäude und architektonische Landschaftselemente umgebaut oder neu erbaut. Direkt gegenüber dem Schloss ließ Kanzler Metternich einen Gebäudekomplex für den Meierhof und für das Renten- und Forstamt erbauen. Unweit vom Schloss kam es zur Umgestaltung der Gärtnervilla, des Gewächshauses, der Bierbrauerei (erstmals urkundlich erwähnt im Jahre 1606) und des Forsthauses. Die alte Radmühle und die mit Schindeldach versehene Schmiede wurden hergerichtet; beide Gebäude entstanden bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Der südliche Rand der Parkanlage befand sich damals auf dem Hügelrücken hinter der Brauerei, wo ein Teehaus im Empirestil erbaut wurde. Anstelle der damaligen barocken Einsiedelei wurde die Waldkapelle des Heiligen Kreuzes erbaut.

An der nordwestlichen Spitze der Parkanlage, auf dem Antoniushügel, ließ Kanzler Metternich im Jahre 1835 einen Obelisk zu Ehren des Kaisers Franz I. und Ferdinand V. aufrichten (siehe Der neue Kaiser ist geboren). Zur merkwürdigen Ausstattung der Parkanlage gehören auch Gusseisenprodukte der Metternichschen Eisenwerke - eine Fontäne auf dem Hofplatz, Ziergitter des Ehrenhofes, eine Diana-Statue, Bänke, Geländer und ein romantischer sechsseitiger Pavillon.

Im Jahre 1870 kehrte des Kanzlers Sohn und Erbe, Fürst Richard, aus dem diplomatischen Dienst nach Königswart zurück. Der Park wurde wesentlich erweitert - auf der Nordseite bis nach Kynžvart und auf der Südseite bis zur Eisenbahnstrecke. Massenhaft wurden hier Exoten und Kultivare (vor allem Koniferen) gepflanzt. Das Teichsystem wurde vervollständigt und zahlreiche romantische Plätze, Ruhebänke und Schlupfwinkel hergerichtet. Im ganzen Park findet man lauschige Plätze.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts kam es zur fortschreitenden Degeneration der Parkanlage und deren partiellen Bewaldung. Die Parkanlage (einschließlich der Wege und Fußsteige) wird erst in letzten Jahren schrittweise wiederhergestellt.