Zvíkov (Klingenberg)

 

   

 

Die Landzunge über dem Zusammenfluß von Moldau und Otava lud durch ihre Lage bereits in vorhistorischer Zeit zur Besiedlung ein. Vor 1234 gründete hier König Václav I. eine Burg, von der ein massiver Quaderturm und der untere Teil des benachbarten Gebäudes erhalten sind. Die architektonische Entwicklung von Zvíkov ist mit dem Namen von Václavs Sohn Přemysl Otakar II. (+ 1278) verbunden. Zum erwähnten Turm ließ er einen für die damaligen Verhältnisse großen vierflügligen Palas von unregelmäßigem Grundriß bauen. Seine Flügel waren sowohl im Erdgeschoß als auch im ersten Stock mit Gängen verbunden, die sich zur Hofseite hin in Arkaden und Rundfenstern öffneten. Bis zum Ende des 13. Jahrhunderts wurden noch die Mauern mit Toren und Basteien gebaut, die wichtigsten Wirtschaftsgebäude sowie der Turm Hláska, der mit einem Sporn versehen war und 1554 aufgestockt wurde.
   Zvíkov gehörte im Mittelalter zu den bedeutendsten und am schwersten einnehmbaren Burgen in Böhmen. Davon haben sich noch in den Jahren 1621 - 1622 die Soldaten Kaiser Ferdinands II. überzeugen müssen. Zu dieser Zeit hatte die Effektivität des Artilleriefeuers den mittelalterlichen Burgen zwar schon ihre militärische Bedeutung genommen, trotzdem dauerte es länger als ein Jahr, bis die Verteidiger von Zvíkov begriffen, daß es sinnlos war, einen einzigen Punkt in einem bereits fest in Feindeshand befindlichen Gebiet zu verteidigen. Im 17. Jahrhundert endete die bedeutendste Zeit der Burg. Zvíkov wurde zwar noch rekonstruiert und 1648 auf den Angriff der Schweden vorbereitet, aber in der folgenden Zeit zeigten die Besitzer der Burg, die Eggenberger und die Schwarzenberger, nur hin und wieder Interesse an ihr. Erst vor der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Burgkapelle besser überdacht, und die Türme wurden repariert. Umfangreichere Reparaturen verliefen noch in den Jahren 1881 - 1885 auf Anregung des damaligen Besitzers Karl von Schwarzenberg aus der Orlík - Linie. Damals wurden die frühgotischen Arkaden an vier Seiten des Burghofes erneuert und weitere Arbeiten vor-genommen. Im 20. Jahrhundert wurde die Rekonstruktion der Burg fortgesetzt, so daß die heutige Gestalt von Zvíkov dem Aussehen, das die Burg vor Jahrhunderten hatte, bedeutend näher gekommen ist.